Mieten in Holzkirchen und Nachbargemeinden steigen weiter

Teures Pflaster: Boom mit Folgen

Die Mieten steigen auch im Nordlandkreis immer weiter. Gut ausgebaute Infrastruktur, ein hoher Freizeitwert und die Nähe zu München machen die Region um Holzkirchen für Pendler attraktiv. Mit Folgen für das Mietpreisgefüge. Die HS hat sich umgehört, was die Gemeinden tun, um Wohnraum bezahlbar zu halten.

Da sieht der Wohnungssuchende rot. Mehr als 3.500 Euro pro m²-Wohnfläche beim Hauskauf. Quelle: Immobilienscout24.de

Da sieht der Wohnungssuchende in Holzkirchen rot. Mehr als 3.500 Euro pro m²-Wohnfläche beim Hauskauf / Quelle: Immobilienscout24.de

Holzkirchen ist die „Boom Town“ im Landkreis Miesbach. Etwa 16.000 Menschen leben in der Markt-Gemeinde. Große Unternehmen haben sich angesiedelt. Was Holzkirchen aber besonders interessant macht, sind die Freizeitmöglichkeiten im Oberland und gleichzeitig die hervorragenden Verkehrsanbindungen nach München.

Vor allem die Nähe zur A8, S-Bahn und BOB-Anschluss machen Holzkirchen sehr attraktiv für Pendler, die in München arbeiten und im Grünen leben wollen. Dabei hat Holzkirchen auch eine gute Infrastruktur: Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten. Alles da.

Boom Town Holzkirchen

Nachteil: Die Immobilienpreise explodieren. Immobilienscout 24 gibt aktuell Durchschnitts-Mieten von 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter als Durchschnittswerte an. Beim Kaufpreis für Häuser wird der ImmobilienScout sogar schames- oder zornesrot: Mehr als 3.500 Euro kostet der Quadratmeter Wohnfläche. Preise, die für die meisten Arbeiter und Angestellte annähernd unbezahlbar sind.

Aber die Region lebt vor allem von den vielen Menschen, die die Infrastruktur am Laufen halten: die Kindergärtnerinnen, Busfahrer, die BOB-Lokomotivführer und Zugbegleiter, Kassiererinnen und Friseurinnen und all die anderen Arbeitsbienen. Menschen, die in ihren Job nicht übermäßig gut bezahlt werden. An der Stelle müssen die Gemeinden in den Markt eingreifen und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die HS hat in den Gemeinden im nördlichen Landkreis nachgefragt, welche Wohnungen es gibt und wo Einheimischen-Programme umgesetzt werden.

Holzkirchen verteilt nach verschiedenen Kriterien

So hält Holzkirchen insgesamt 140 Wohnungen vor, diese sind im gesamten Gemeindegebiet verteilt. Die Wohnungen sind zum Großteil vermietet. Bei den Mietern handelt es sich um Familien, Sozialschwache sowie Mitarbeiter der Marktgemeinde.

Wohnen direkt am Feld und Wald kann in Holzkirchen bezahlbar sein.

Die Auswahl der Mieter findet dabei nach unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise Dringlichkeit, Wohnraumgröße und anderen Kriterien statt. Die Auswahl trifft die Verwaltung. Der derzeitige Quadratmeter-Preis liegt zwischen 2,68 und 6,56 Euro kalt. Die Marktgemeinde plant dazu im Sommerfeld einen Geschosswohnungsbau mit zwei Gebäuden, in denen jeweils 6 bis 8 Einheiten geplant sind. Das Projekt soll im Laufe des Jahres umgesetzt werden.

Beim Thema Einheimischen Programm hat die Gemeinde ihre Zweifel. „Einheimischen Programme sind bis dato juristisch noch nicht endgültig geklärt“, so Ewgenia Boger, Sprecherin im Holzkirchner Rathaus. „Daher befinden wir uns hier noch in der Informationsphase.“

Moderne Wohnungen unweit des HEP-Shopping Zenters

 

Erbpacht in Weyarn

Wer durch Weyarn fährt, muss glauben, die Gemeinde will Holzkirchen Konkurrenz machen. Derzeit befinden sich zwei große Bauprojekte im Ortskern in der Umsetzung. Einen neuen Supermarkt soll es ebenfalls bald geben. Der Radweg nach Darching und damit zum BOB-Anschluss wird ausgebaut.

Und doch: Fährt man durch die kleinen Straßen des Ortes fallen einem spontan die vielen Möglichkeiten zur Kinderbetreuung auf. Weyarn setzt offensichtlich auf soziale Infrastrukturen. Und dahinter steckt Methode: Bis dato wurde seit rund 20 Jahren alle zwei bis drei Jahre ein Einheimischen-Programm ausschließlich in Erbpacht aufgelegt.

Bezahlbarer Wohnraum am Weyarner Ortseingang

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