Doppel-Strategie im Umgang mit Flüchtlingen

Landkreis Miesbach: Integration soll Terror verhindern

In der letzten Woche wurde die Menschlichkeit auf eine harte Probe gestellt. Der Terror ist vor allem nach Ansbach in Deutschland angekommen. Und wie überall sind auch im Landkreis viele Asylbewerber – darunter unbegleitete Flüchtlinge – untergebracht. Doch wie sehen die Zahlen aus? Und was macht die Politik, um Radikalisierung zu unterbinden. Die Bevölkerung ist verängstigt. Auch wenn die jüngsten Bluttaten nicht so organisiert waren, wie die Anschläge in Paris, Brüssel oder in Istanbul am Atatürk-Flughafen, so haben sie doch den Schrecken und die Angst in den deutschen Alltag gebracht. Das Grauen ist nicht mehr nur auf die Weltstädte fokussiert, sondern zeigt seine hässliche Fratze auch in kleineren Städten. Im Kreis Miesbach ist es weiterhin ruhig und sowohl Landrat, Polizei sowie die vielen Freiwilligen in den Helferkreisen helfen bei der Integration mit.

Integrationsarbeit als Terrorprävention

Bayernweit sind derzeit rund 143.000 Asylbewerber untergebracht. Im Landkreis Miesbach sind davon 1.003. In Holzkirchen leben insgesamt 225, im Tegernseer Tal mehr als 250 Flüchtlinge. Die restlichen verteilen sich auf die anderen Gemeinden im Landkreis. Die Aufenthaltsdauer richtet sich nach der Dauer der Asylverfahren. Durchschnittlich liegt sie derzeit bei vier Monaten. Die Anerkennungsquote durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) liegt bei rund 60 bis 70 Prozent.

Straftaten konsequent verfolgen

Mitunter hat es den Anschein, dass Asylbewerber häufiger vor Gericht stehen. Zum einen ist das dem besonderen Interesse an der Bevölkerungsgruppe geschuldet. Das heißt, die Medien berichten einfach häufiger über straffällig gewordene Asylbewerber. Zum anderen dient es auch als Abschreckung und erzieherische Maßnahme und ist quasi offiziell veranlasst. So erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes:

Das Landratsamt Miesbach vertritt eine Doppel-Strategie: Selbst kleinste Vergehen werden verfolgt. Im Falle von Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten erstatten wir immer Anzeige. Dies ist der erklärte Wille von Landrat Wolfgang Rzehak.

Zudem sind die Asylbewerber permanent unter Beaufsichtigung von Sicherheitsleuten oder Polizisten. Für die Personal-Ausstattung der drei Polizei-Inspektionen im Landkreis ist das Bayerische Innenministerium zuständig. Der Bürgermeister der Stadt Tegernsee, Johannes Hagn, konnte eine Aufstockung des Personals in der für seine Gemeinde zuständigen Polizeiinspektion Bad Wiessee erreichen.

Polizeipräsenz für das Sicherheitsbedürfnis der Bürger

Das Landratsamt Miesbach setzt in den größeren Unterkünften ständig, in 24-Stunden-Schichten, einen Sicherheitsdienst ein. In Rottach-Egern sind dafür drei Mitarbeiter präsent, kurzzeitig habe man dies, so Pressesprecher Nemitz, auf fünf erhöht. Aber auch an das Sicherheitsbedürfnis der Bürger wird gedacht. So äußerte sich nun Robert Kopp, Polizeipräsident für Oberbayern Süd zum Thema:

Mir ist es wichtig, dass wir als Polizei Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger „noch greifbarer und sichtbarer“ machen. Die Menschen sollen sehen, dass „ihre Polizei“ alles „was machbar und sinnvoll“ ist unternimmt, um Risiken zu minimieren und Gefahren zu verhindern.

Während es im ganzen Freistaat mehr als 7.000 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge gibt, sind es im Landkreis Miesbach 76, die überwiegend aus Afghanistan stammen. Vor allem ihnen wird eine besondere Betreuung zu teil. Ihnen müssen Zukunftsperspektiven geboten werden.

Radikalisierung unterbinden

Dazu gehören vor allem Ausbildung und schulische Angebote. Am Beruflichen Schulzentrum in Miesbach sind dazu Integrationsklassen eingerichtet worden. Das Personal im Landratsamt ist speziell interkulturell geschult. Nemitz:

Gerade die Vermittlung von unseren Werten an die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge wird besonders betont. Dazu führen wir Gruppengespräche oder Einzelgespräche. Diese helfen auch dabei, etwaige charakterliche Veränderungen bei den Kindern oder Jugendlichen festzustellen.

Den vollständigen Artikel finden Sie  bei der Holzkirchner Stimme.