Fördermittel für die sportliche Eingliederung von Asylbewerbern

Kicken für die Integration

Spielerisch und sportlich Asylbewerber integrieren. Das haben sich einige Vereine im Landkreis zur Aufgabe gemacht. Dabei geht es nicht nur um den Sport an sich, sondern auch um die Vermittlung von Werten und Normen.

Junge Menschen aus Bad Wiessee vereint in der Leidenschaft für den Fußball.

Junge Menschen aus Bad Wiessee vereint in der Leidenschaft für den Fußball.

Der Zustrom an Flüchtlingen ist in diesem Jahr deutlich niedriger als im letzten. Während es 2015 deutschlandweit rund 1,5 Millionen Menschen waren, kamen in der ersten Hälfte dieses Jahres deutlich unter 400.000. Das gibt allen beteiligten eine Verschnaufpause, um Programme und Prozesse zur Integration von Asylbewerbern zu schaffen.

Im Landkreis Miesbach sind zurzeit gut 1.000 Asylbewerber untergebracht, davon 76 unbegleitete Minderjährige. In Holzkirchen leben insgesamt 225, im Tegernseer Tal mehr als 250 Flüchtlinge. Die restlichen verteilen sich auf die anderen Gemeinden im Landkreis.

Vereine gemeinsam mit den Helferkreisen für Eingliederung durch Sport

Die Sportkonferenz zu der Sabine Wittmann vom Landratsamt geladen hatte, fand gestern Abend zum Thema „Asyl und Sport“ statt. Die Sportreferentin erläutert die Entwicklung im Landkreis. Recht schnell haben die regionalen Sportvereine in Zusammenarbeit mit den Helferkreisen ein sportliches Freizeitangebot geschaffen, das sich sehen lässt.

So wird in Hausham, Holzkirchen, Bad Wiessee, Waakirchen, Bayerischzell und Weyarn gemeinsam Fußball, in Miesbach auch Basketball gespielt. Hausham unterstützt zudem Asylbewerber bei der Leichtathletik, während die Irschenberger gemeinsam radeln und in Tegernsee kann vielleicht der ein oder andere mehr über Cricket erfahren.

Sabine Wittmann und Benjamin Bellatreche informierten über die Arbeit in den Sportvereinen und erklärten wie diese dafür Unterstützung bekommen können.

Sabine Wittmann und Benjamin Bellatreche informierten über die Arbeit in den Sportvereinen und erklärten wie diese dafür Unterstützung bekommen können.

Anfangs gab es erhebliche Schwierigkeiten. Die Versicherung für die Sport treibenden Flüchtlinge war lange Zeit ein Problem. Aber eigentlich fehlte es an allem: Trikots, Schuhe, Schienbeinschoner. Wittmann:

Da hat mancher Verein mal seinen Speicher durchsucht und dabei alte Trikotsätze entdeckt, die man prima weiter nutzen konnte.

Wie die Arbeit der Vereine erleichtert und eventuell noch erfolgreicher gestaltet werden kann, erklärte Benjamin Bellatreche, Bildungsreferent beim Bayerischen Landessportverband (BLSV). Er ist einer von zehn Mitarbeitern, die aus sechs Büros im Freistaat mit dem Programm „Integration durch Sport“ die Vereine unterstützen.

Dabei handelt es sich um ein Projekt des Deutschen Olympischen Sportbundes, dass sowohl durch das Bundesministerium für Inneres als auch durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert wird.

Fit für die Vielfalt

Das Projekt wird an der Basis durch die Landesverbände umgesetzt und hat sich drei Ziele gesetzt: Die Integration von Flüchtlingen in den Sport, ihre Integration durch den Sport in die Gesellschaft und die interkulturelle Öffnung des Sportes.

Das Programm hilft dabei Trainer so auszubilden, dass sie mit der besonderen Problematik umzugehen verstehen. Vor allem geht es darum, ein Verständnis für die kulturellen Unterschiede zu schaffen und Training und Trainingsbedingungen so zu gestalten, dass alle Flüchtlinge daran teilhaben können. „Es kann sein, dass man zum Beispiel beim Schwimmtraining auf Sichtschutz und Geschlechtertrennung achten muss.“, erläutert Bellatreche. „Sonst wird das Angebot einfach nicht wahrgenommen.“

Den vollständigen Artikel finden Sie bei der Tegernseer Stimme.