| Thomas More: Utopia | ||
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Die Utopia ist die Grundlage aller utopischen Romane. Was ist ein utopoischer Roman? Utopische Romane werden häufig mit Science Fiction verwechselt, weil sie - anders als Mores Utopia - in der Zukunft spielen. In Utopien werden Staatsgebilde beschrieben, wie sie sein könnten. Häufig beschränken die Autoren den Schauplatz ihrer Roman auf begrenzte Areale wie Inseln und begrenzte Zeiträume. Das ermöglicht es alternative Staatssysteme darzustellen ohne erklären zu müssen, wie sie sich in tatsächliche einfügen. Thomas Mores Staat befindet sich auf der Insel Utopia. Ein Seefahrer
hat sie zufällig entdeckt und berichtet More nach seiner Rückkehr
von seiner Reise.
Mores Inselstaat besitzt sozialistische Züge, der persönliche
Besitz ist abgeschafft. Im Land Utopia ist nicht nur Geld kein Zahlungsmittel,
es werden sogar gar keine Zahlungsmittel benötigt. Jeder arbeitet
ohne Bezahlung. Für seine Versorgung ist in der straff organisierten
Gesellschaft Utopias gesorgt. Jeder erhält, was er zum Leben braucht.
Dafür muss er täglich sechs Stunden arbeiten, hat in seiner
Freizeit Gelegenheit sich weiterzubilden. Müßiggang ist verpönt.
Wer sich vor der Arbeit drückt, hat mit Zwangsarbeit zu rechnen. Die
Früchte der Arbeit werden in die Speicher gebracht, wo die Familienältesten
fordern können, was sie für ihre Familien benötigen. Alles
ist reichlich vorhanden, keiner braucht Not zu leiden.
Die Utopia beschäftigt sich eben nicht nur damit, die Heilsbotschaft
des Verzichts auf Privatbesitz zu verkünden, sondern vielmehr auch
mit der Verwaltung Utopias. Wir erfahren wie die Städte ihre Verwaltung
wählen, wie der typische Tagesablauf eines Utopiers aussieht, mit
welchen Mitteln sie Kriege führen, um ihre eigenen Bürger zu
schonen, was sie von dem Erwerb von Kolonien halten, wie sie ihre Kranken
pflegen, wie sie zur Euthanasie stehen.
Jedenfalls eines Staates, der More perfekt vorkam.
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