Die Mausefalle
Agatha Christies ‘The Mousetrap" feiert 20.000 Aufführung

Das in London die Musicals länger laufen als in Deutschland ist bekannt.
Aber kann man sich vorstellen, daß ein Theaterstück so viele Aufführungen geschafft hat. Kaum! Aber es ist wahr.   Agatha Christie 's „The Mousetrap"  feiert in diesen Tagen die 20.000 Aufführung. Was diese Tatsache noch unglaublicher erscheinen lässt, ist der Umstand, dass es sich bei dem Stück - was könnte man von dieser Autorin auch anderes erwarten - um eine Kriminalgeschichte handelt. Spätestens nach 1.000 Vorstellungen müsste doch die ganze Welt wissen, wer der Mörder ist und damit das Stück uninteressant sein.
Ein kleiner Kniff der Theaterleute ist bei diesem Stück, dass am Ende das Publikum gebeten wird, niemandem zu verraten, wer der Mörder ist. Das geschieht auf eine so eindringliche, verschwörerische Art, dass der Zuschauer das Gefühl bekommt zu einer Gemeinschaft, gar einem Geheimbund zu gehören.

Ein weiteres Geheimnis ist, dass nie versucht wurde, das Stück an die Gegenwart anzupassen. Redeweise, Auftreten, das Gebaren der handelnden Personen bleibt unverändert - und „very british, indeed". Auch das Bühnenbild bleibt wie es war, wird nur wegen Verschleiß ausgetauscht.
Bei der Uraufführung am 25.November 1952, damals noch im ‘The Ambassadors Theatre’ stand übrigens Richard Attenborough mit auf der Bühne.
Bis heute haben das Stück weit über 10 Millionen Menschen gesehen.
"La Souricière", "Die Mausefalle",  "Trappola per topi",  "Hiirenloukku", "La ratonera",  "La ratonera",  "A Ratoeira",  "Past na mysi", "Cursa de soareci",  "Egfog",  "Masyadatul Fi'ran", "lo-tsui-gap", , "The Moustrap": Agatha Christies Romane sind in fast alle Sprachen der Welt übersetzt worden. Warum eigentlich? Weil sie hohe Kunst sind? Weltkulturerbe? 
Nun ja, ohne den Christie-Fans zu nahe treten zu wollen: So überragend sind ihre Bücher nun wirklich nicht. Verstehen Sie mich recht: Natürlich liebe ich meine Christie-Krimis. Hercule Poirots kleine, grauen Zellen sind genial. Ein belgischer Snob, wie er britischer nicht sein könnte. Herrlich, unterhaltsam - erfreulich, dass es ihn gibt. 
Vor allem, dass es ihn so lange gibt.
Agatha Christie hat über Jahrzehnte Krimifreunde beglückt. Wenn ich mich recht entsinne, erschien ihr letztes Buch Mitte der 70er Jahre. 
Christies Romane sind keine sogenannte hohe Kunst. Christies Kunst war es - oder ist es - Menschen für eine Zeit aus ihrem Alltag zu entführen - manchmal in die Welt des Glamours und der Lords, manchmal an der Seite Miss Marples in Abenteuer. die eben eigentlich auch die nette Dame in der Nachbarschaft bestehen könnte, die aber trotzdem aufregend waren.

Das ist hohe Kunst, auch wenn die meisten Professoren das wohl abstreiten würden.

Für alle, die sich diese Kunst auf der Bühne ansehen wollen, bitte folgende Adresse notieren:

ST MARTIN'S Theatre
West Street, 
London
WC2H 9NH.

Es ist nicht ‘King Lear’, aber Unterhaltung ist garantiert - auch noch bei der 21.000 Aufführung. 

 

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