Nick Hornby, High Fidelitiy
‘Life is a bitch’, sagen die Briten. ‘Life is a beach’, sagen die Australier.
Irgendwo dazwischen spielt sich das Leben von Rob ab.

Objektiv betrachtet geht es Rob eigentlich gar nicht so übel. Er hat seine Musik, die er liebt.
Er hat seine Plattensammlung, die er gelegentlich umsortiert. Er hat sogar einen eigenen Plattenladen. Nur eine Freundin hat er gerade mal wieder nicht. Nicht mehr, denn Laura zieht jetzt aus.
Zwar würde sie es nicht in Robs persönliche Top 5 der erinnerungswürdigsten Trennungen schaffen, begeistert ist er trotzdem nicht. Ganz und gar nicht, eigentlich will er sie sogar unbedingt wiederhaben. Na, so dringend ist es aber nun auch wieder nicht.

Nick Hornbys Rob ist hin und her gerissen zwischen Trauer und Erleichterung, Aufbruch zu neuen Ufern und Trauer um Vergangenes. Und so lässt er erst mal die vergangen Beziehungen Revue passieren. Da war Alison. Seine erste Liebe, die summa summarum sechs Stunden gehalten hat. Dann kam Penny, die zwar wollte und auch mit Rob, aber nicht so wie Rob wollte und dann hat sie es doch lieber mit Chris Thomson gemacht. Dann war da Jackie, die Freundin des besten Freundes und eigentlich war sie auch nur interessant, so lange sie einem anderen gehörte.
Dann kam Charlie - und Charlie hat Rob das Herz gebrochen. Als sie ihn verlässt gibt er das College auf und landet in dem Plattenladen, der jetzt sein Leben ist.

Auf Platz Nummer 5 landet Sarah, die wie Rob andauernd sitzengelassen worden ist, und deshalb ganz hervorragend zu Rob passt - um ihn dann letztendlich sitzenzulassen.

Außer Rob arbeiten noch Dick und Barry. Musik-Freaks wie Rob.
Dick erklärt seiner Freundin schon mal, warum ihr Musikgeschmack schändlich ist. Und Barry veralbert die Kunden, wenn sie es wagen sollten nach Platten zu fragen, die man eben einfach nicht hört.
Rob lernt Marie kennen, eine amerikanische Sängerin - und, hey, das wollte er doch schon immer mal - mit einer Sängerin ins Bett.
Klappt auch, aber eigentümlicherweise ist es gar nicht so toll.
Rob macht sich daran seine ehemaligen Freundinnen aufzuspüren. Wo ging es schief? Warum klappte es nicht so richtig mit der Liebe?

Nick Hornby beschreibt die Suche nach dem Leben, nach dem Erwachsenwerden eines Mittdreißigers. Absurd? Gar nicht. Das Erwachsen werden setzt heute viel später ein als in vorigen Generationen. Menschen müssen heute nicht mit 30 erwachsen sein. Sie gründen später  Familien, steigen später ins Arbeitsleben ein, tragen später Verantwortung.

Rob definiert sich durch die ‘Top 5’, die ihm von Barry immer wieder abverlangt werden, Top 5 Elvis Costello Songs, Top 5 Schallplatten, die einen emotionslos lassen, Top 5 Trennungen.
Robs Eltern fürchten, um die Zukunft ihres Jungen. Seine Mutter erzählt ihren Freundinnen, er arbeitet in der Musikindustrie.
Robs Leben stagniert - und deswegen hat ihn Laura verlassen. Aber eh Rob merkt, was mit ihm nicht stimmt, braucht es einige Zeit. 
Und einige heiter erzählte Seiten.
 
 

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