| Stephen Fry: ‘Geschichte machen’ | ||
| Ein Buch über die Geschichte, wenn es Hitler nicht gegeben hätte | ||
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Was wäre, wenn....? Eine Frage, die nicht nur jeden Menschen täglich bewegt, sondern auch im besonderen Maße immer wieder den einen oder anderen Autoren und Wissenschaftler. Stephen Fry beschäftigt sich in seinem Buch ‘Geschichte machen’ mit der Frage, was geschehen könnte, wäre es einem jungen Geschichtsstudenten und einem älteren Physiker möglich Hitlers Geburt zu verhindern. Michael studiert in Cambridge. Eben hat er seine Dissertation beendet
und will sie, das Meisterwerk seinem Professor überreichen. Als ihm
die Arbeit aus den Händen gleitet, hilft ihm Leo, Professor der Physik
beim Aufsammeln der einzelnen Seiten. Dabei erkennt dieser das Thema der
Arbeit, Hitlers Jugendjahre.
Michael ist begeistert. Er ist davon überzeugt, dass sie gemeinsam einen Weg finden können, Geschichte zu machen, die Geschichte zu verändern, den Holocaust zu verhindern. Sie beschließen, Unfruchtbarkeitspillen nach Braunau zu schicken, um damit die Zeugung Hitlers zu verhindern. Was ihnen auch gelingt. Immer wieder unterbricht Fry die Geschichte von Michael und Leo, um
in die fiktive Jugend Hitlers zu blicken. Er zeigt einen begabten Jungen,
der von seinem Vater der eine inzestuöse Ehe mit seiner Nicht führt,
geschlagen wird. Später als Gefreiter im ersten Weltkrieg ist Hitler
dann schon ein bauernschlauer Karrieresoldat. Fry spielt mit dem Leser.
Er macht Hitler nicht sympathisch, aber er verdammt ihn auch nicht, denn
das ist noch nicht der Hitler des Holocaust. Aber er ist auf dem Weg dahin.
Dieses Buch muss vorsichtig gelesen werden. Zu leicht kann man in die
Falle gehen, es als leichte Lektüre ab zu tun. Es kommt in einem heiteren,
unbefangenem Stil daher, wie es bei einem Buch dieser Thematik selten ist.
Trotzdem regt es zum Nachdenken an. Wäre der Holocaust tatsächlich
zu verhindern gewesen, hätte es Adolf Hitler nie gegeben? Wie hätte
sich der Rest der Welt entwickelt, hätte es den Holocaust nie gegeben?
Das alles sollen wir Hitler zu verdanken haben? Wenn Fry meint auch ohne Hitler wäre es zum Holocaust gekommen,
weil Antisemitismus einfach bereits zu sehr in den Köpfen verwurzelt
war, kann er doch wohl auch vermuten, dass sich Humanismus und Toleranz
weiterentwickelt hätten, - zumindest bis hin zu den ohnehin traurigen Ausmaßen, wie es sieh heute gibt.
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