‘Die Asche meiner Mutter’ (Angela’s Ashes’) beschreibt die Jugendjahre
McCourts. Es ist eine harte Kindheit , geprägt von Hunger und Armut.
Trotzdem gelingt es dem Autoren sie fröhlich erscheinen zu lassen.
Frank McCourt wurde 1930 in Brooklyn, New York als Sohn irischer Immigranten
geboren. Die Mutter, Angela, stammt aus Limerick, der Vater, Malachy, aus
Belfast, Der Mann aus dem Norden wird von der Familie mit Argwohn betrachtet.
Etwas eigenartiges umgibt die Männer aus dem Norden, sagen sie. Angela
aber liebt ihren Mann. Auch wenn er unter der ‘irischen Krankheit’ leidet.
Er säuft. Normalerweise behält er einen Job drei Wochen lang.
Die erste Woche läuft noch alles gut. Am Freitagabend der ersten
Woche bringt Malachy auch noch seinen Lohn nach Hause.
Am Freitagabend spendiert er sich dann ein Pint. Wenn ein Mann nach
der harten Arbeit sein Pint nicht mehr trinken darf, was darf er dann überhaupt
noch?
Nach dem er dann seinen Lohn versoffen hat, kommt er nach Hause, singt
Lieder über tote irische Helden, die von den Briten auf irgendwelchen
Brücken aufgeknüpft worden sind und verlangt von seinen Söhnen
das Versprechen, dass auch sie für Irland sterben würden.
Irgendwann geht es dann nicht mehr weiter in Brooklyn. Die Mutter ist
überfordert und krank, die Kinder verkommen, beginnen zu stehlen,
der Vater säuft weiter.
Mit geborgtem Geld bezahlen sie Rückfahrt nach Irland. Dort angekommen,
werden sie alles andere als erfreut aufgenommen. Man wandert schließlich
nicht nach Amerika aus, um ein paar Jahre später mit noch mehr Problemen
und ohne Geld zurückzukehren.
In Irland geht das Elend weiter. Der Vater säuft, die Mutter bemüht
sich um Unterstützung durch die Kirche. Die katholische Kirche, der
wahre Glaube bestimmen das Weltbild in Irland - die Kirche und der Hass
gegen die Engländer.
Fank McCourt wächst als heran. Sein Schicksal ist kein Einzelfall.
In der Schule begegnet er vielen Jungs, denen es genauso geht und zum Teil
noch schlimmer. Viele seiner Schulkameraden an dem Dreck, der Armut und
dem Hunger.
Die Kirche unterstützt die Familien, der Staat hilft, aber es
reicht kaum zum Überleben.
Für Angela ist das Flehen um Hilfe eine Last. Der Vater ist zu
stolz. Als er eines Tages nach England geht, denn dort gibt es im Krieg
Arbeit, hofft die Familie. Doch die Geldsendungen bleiben aus, der Vater
kann sich der Sucht nicht entziehen.
Frank macht währenddessen seinen Weg. Er ist aufmerksam in der
Schule, auch wenn ihn die Lehrer schlagen. Er träumt davon eines Tages
nach Amerika zu gehen.
Ein Lehrer erkennt die Begabung des jungen Frank und setzt sich dafür
ein, dass er auf eine weiterführende Schule geht. Die einzige Schule,
die ihm hierfür offen steht, ist die kirchliche.
Als Frank bittend vor dem Direktor der Schule steht, schlägt der
ihm die Tür vor der Nase zu.
Mit so dreckigen Menschen will man auch dort nichts zu tun haben.
Trotzdem macht Frank seinen Weg.
Frank McCourt schafft es seiner Lebensgeschichte etwas rührendes
abzugewinnen, ohne rührselig zu werden. Seine Kindheit war hart, so
wie man es sich heute kaum noch in einem europäischen Land vorstellen
kann. Doch ist McCourt nicht auf Mitleid aus. Auch merkt man ihm die Liebe
zu seinem Vater an. Er beschreibt wie er die Morgende geliebt hat, wenn
der Vater bei ihm saß und ihm Geschichten über Irland erzählt
hat, die dann nur Frank gehörten.
Natürlich hat er ihn auch verachtet, für seine Sucht, aber
diese schönen Erinnerungen bleiben.
Frank McCourt schreibt in kurzen, einfachen Sätzen, so dass man
beginnt mit dem Kopf des Kindes zu denken.
Man hungert, man friert mit dem Kind, leidet mit der Mutter, sitzt
auf dem Schoß des Vaters, beschützt die kleinen Brüder.
Der Leser fängt an sich vor der Sündenlast zu beugen, die die
katholische Kirche einem aufbürdet.
Eine der heitersten Szenen ist die erste Kommunion des kleinen Frank.
Dreimal muss er auf Drängen der Großmutter an diesem Tag beichten,
so lächerliche Sachen, dass selbst die Priester lachen müssen.
Später wird Frank jahrelang nicht mehr zur Beichte gehen können,
weil er fürchtet, dass seine Sünden so schrecklich sind, dass
selbst ein Bischof ihn nicht mehr freisprechen könnte.
Frank McCourt hatte immer davon geträumt ein Buch zu schreiben.
Getan hat er es nach seiner Pensionierung als Lehrer. Das Buch erhielt
etliche Auszeichnungen. Jede dieser Auszeichnungen hat es verdient.
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