Caleb Carr: The Alienist
Serienmorde im New York Ende des 19. Jahrhunderts

Der Titel lässt auf einen Science Fiction schließen, tatsächlich handelt es sich um einen Kriminalroman. ‘Alienist’ wurden am Ende des 19. Jahrhunderts Ärzte genannt, die sich mit psychischen Kranken beschäftigt haben. So ein Arzt ist Laszlo Kreisler. Er lebt und arbeitet in New York. In einem New York, in dem Theodor Roosevelt, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten, Police Commissioner ist.
In einem New York, in dem junge, männliche Kinder gefährlich Leben. Ein brutaler Killer geht um.
Das Phänomen Serienmord ist noch weitest gehend unbekannt. Trotzdem geschehen sie.
Theodor Roosevelt steht vor einer schwierigen Aufgabe.
Er beschließt ein Spezialteam zusammenzustellen. Der Leiter des Teams soll der Arzt Laszlo Kreisler sein. Er arbeitet in der städtischen Klinik und behandelt seine Patienten auf seine eigene Weise - vor allem behandelt er sie als Menschen.
Die grausamen Verbrechen werden an Jungen begangen, die zu den Ärmsten gehören. Immer sind sie geschminkt und als Frauen verkleidet. Woher können diese Kinder kommen?
Das Team, bestehend aus Kreisler, zwei Brüdern, die bei der Polizei arbeiten, einem Journalisten und einer Frau, die um die Anerkennung in der Männerwelt der New Yorker Polizei kämpft, wird schnell in die Abgründe der Kinderprostitution geführt.

Caleb Carr führt den Leser in eine andere Zeit. Das New York, das Carr zeigt ist dreckig, dunkel und verwirrend. Und korrupt. Und anarchistisch. Ist es tatsächlich anders als heute? Das Fremde, das Carr zeigt, ist wahrscheinlich eher im Detail. Die Anfänge der Psychologie, das Kämpfen der Frau um Emanzipation, das Ungeheuerliche des Serienmörders - heute - zum Teil traurige- Selbstverständlichkeit steht in ‘The Alienist’ noch am Anfang. Carr zeigt eindringlich das Ringen Kreislers um Erkenntnis, den Wissenschaftler auf der Suche nach einer Lösung eines wissenschaftlichen Problems, das ihn an den Rand des Nervenzusammenbruchs führt. Denn an der schnellen Lösung eines wissenschaftlichen Problem hängen Menschenleben.
Interessant macht den Roman natürlich auch die Erwähnung des jungen ‘Teddy’ Roosevelt. Allerdings ist seine Rolle kaum der Erwähnung wert und hätte von Carr mit jedem beliebigen anderen Namen besetzt werden können, da er in keiner Weise auf die Geschichte der historische Person eingeht.
Beeindruckend ist jedoch, wie Carr die Anfänge der ‘Profiler’ zeigt, also der Menschen, die die Psyche eines Mörders aufgrund von Indizien analysieren und auf diesen Weg der Polizei bei der Stellung des Killers behilflich sind.

‘The Alienist’ ist ein spannender Kriminalroman, modern geschrieben, interessant und lehrreich.
 
 

Zur Startseite Webmaster@dalock.de